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Ewige Ruhe und ewiges Licht
In der Suhler Reihe "Musikzauber" führt die Singakademie am Samstag Antonin Dvoráks berühmtes "Requiem" auf
"Requiem aeternam" - ewige Ruhe. Mit diesen beiden Worten beginnt eines der mitreißendsten Werke Antonin Dvoráks, das berühmte Requiem op. 89. "Requiem aeternam dona eis, Domine, et lux perpetua luceat eis" - Gib ihnen die ewige Ruhe, Herr, und das ewige Licht leuchte ihnen. Für diesen frommen Wunsch, vom Chor am Beginn des Introitus gesungen, hat Dvorák eine eingängige Viertonfolge gefunden, die sich als musikalischer Gedanke durch das ganze Werk zieht.
Als "Leitmotiv des Todes", als "unvergesslich sich einprägende leidvolle Frage nach den letzten Rätseln des Lebens und Sterbens" hat sie der tschechische Komponist und Musikwissenschaftler Jarmil Burghauser, ein Landsmann Dvoráks, einmal bezeichnet. Und in der Tat scheint es, als habe der Komponist mit diesen vier Tönen, die in seinem Requiem in Variationen immer wieder ausbrechen, hörbar gemacht, was sich mit Worten nicht beschreiben, mit Gedanken nicht begreifen lässt. Ewige Ruhe, ewiges Licht - es sind diese unfassbaren Dinge zwischen Himmel und Erde, die jede menschliche Vorstellungskraft übersteigen. Dvoráks Musik gibt ihnen einen Klang, einen Ausdruck, eine Art Materie: Ja, so können sie sich anfühlen.
Seit Januar proben Matthias Beckert und die Suhler Singakademie dieses 13teilige Chorwerk. Am kommenden Samstag werden sie es in der Suhler Hauptkirche in Begleitung der Vogtland-Philharmonie aufführen - als Teil der städtischen "Musikzauber"-Reihe. Kein leichtes Werk für die Suhler Sänger, zumal sie es neu einstudiert haben. Kein leichtes Werk auch für das Publikum: Soweit sich zurückblicken lässt, war das Requiem noch nicht in der Stadt zu hören. Es dürfte somit zutreffen, wenn Matthias Beckert, der musikalische Leiter der Singakademie, von einer Suhler Erstaufführung spricht. Für Sänger wie Zuhörer also ein spannendes Ereignis, zumal es gerade bei diesem Werk nicht nur auf musikalisches Können ankommt, sondern auch darauf, eine Stimmung zu treffen, eine Aura zu schaffen. Daran hat auch das Publikum Anteil.
Die gesangstechnische und emotionale Herausforderung dieses Requiem nimmt Matthias Beckert gewohnt sportlich: "Der Mensch braucht Ziele." Er versteht das Werk durchaus als Anregung für die Singakademie zu einer künstlerischen Auseinandersetzung. Für ihn ist die Vorbereitung für eine Premiere überhaupt das Schönste an seiner Arbeit. Aus dem Repertoire zu singen, sei zwar reizvoll, aber die Freude, dem Publikum etwas Neues zu Gehör bringen zu können, sei dazu doch unvergleichlich schöner.
Werk für den Konzertsaal
Dass die Singakademie das Requiem in der Kirche aufführen wird, mag dem Konzert einen besonderen Stempel aufdrücken: Für die Auseinandersetzung mit dem Tod als Endpunkt menschlichen Lebens bieten Kirchen nun einmal seit Jahr und Tag Raum. Dvorák allerdings hat das Werk 1890 für den Konzertsaal komponiert - als Auftragswerk des Musikfestes Birmingham. Es steht somit in der Tradition konzertanter Totenmessen des 19. Jahrhunderts. Am 9. Oktober 1891 wurde es dort unter seiner Leitung aufgeführt und war ein überwältigender Erfolg: "Das Requiem wird in das Verzeichnis jener Werke eingeschrieben werden, die zum Gemeingut aller musikliebenden Engländer gehören sollten", jubelte seinerzeit ein Musikkritiker.
Beim Suhler Konzert in Begleitung der Vogtland-Philharmonie - die übrigens auch zum ersten Mal in Suhl spielen wird - sind die Solisten Andrea Chudak (Sopran), Maria Rebekka Stöhr (Alt), Hannes Böhm (Tenor) und Daniel Ochoa (Bass) zu hören.
(Freies Wort 07.04.2010,
Autor:
Herr Peter Lauterbach)
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