Mit Suters "Le Laudi" nach Berlin
Das Jahr 2011 ist für die Suhler Singakademie mit einem Höhepunkt verbunden, dem 35-jährigen Jubiläum. Das Publikum kann sich freuen auf interessante Konzerte. Es gibt auch ein Gastspiel in Berlin.
Suhl - Die Sängerinnen und Sänger der Suhler Singakademie unter Leitung von Chordirektor Matthias Beckert bereiten sich schon seit geraumer Zeit auf musikalische Ereignisse vor, die der fast 35-jährigen Chorgeschichte weitere Glanzlichter hinzufügen sollen, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Ensemble.
Anlässlich der Wiederkehr der Gründung am 2. November 1976 darf sich das Publikum in Suhl und auch in Berlin auf Auftritte der Suhler Sängervereinigung freuen. Im ersten Jubiläumskonzert der Singakademie am 12.
November erklingt in der Suhler Hauptkirche das Oratorium "Moses" von Max Bruch (1838-1920). Diese Suhler Erstaufführung eines Hauptwerkes des eng mit Thüringen verbundenen namhaften Gründerzeit-Komponisten gestalten 150 Mitwirkende. Für die Aufführung konnten die Thüringen-Philharmonie Gotha sowie die Sänger Friedrich Auer, Tenor, und Philipp Meierhofer, Bass vom Deutschen Nationaltheater Weimar, gewonnen werden.
Auftritt im Schauspielhaus
Ein besonderer Höhepunkt verspricht das Jubiläumskonzert am 19. Mai kommenden Jahres zu werden. Die Singakademie gestaltet gemeinsam mit der Berliner Singakademie und dem Suhler Knabenchor im CCS die Erstaufführung des spätromantischen Oratoriums "Le Laudi di San Francesco d' Assisi" von Hermann Suter (1870-1926). Die 1923 nach dem Sonnengesang des Franz von Assisi entstandene Chorsinfonie gilt als das bedeutendste Werk des Schweizer Komponisten. Bereits zuvor, im April, bringen die Suhler und die Berliner Singakademie dieses Oratorium in einer gemeinsamen Aufführung im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt zu Gehör. Die Leitung liegt in den Händen von Achim Zimmermann, seit mehr als zwanzig Jahren Chef der Berliner Singakademie und zuvor vielen Südthüringern als Leiter der Suhler Singakademie in guter Erinnerung.
Vor der Sommerpause gastiert der Suhler Klangkörper zunächst an diesem Freitag beim diesjährigen Thüringen-Tag im Schlosshof Gotha mit dem Queen-Klassical , das im Winter bereits im Suhler CCS zu erleben war. Eine weitere Aufführung dieses Projektes mit der Thüringen-Philharmonie Gotha ist am 19. August auf dem Schlossplatz in Coburg zu erleben. Am 10. September findet ab13.30 Uhr das 25. Adlersberg-Singen statt. Dabei wird traditionell auch wieder gemeinsam gewandert mit dem Suhler Knabenchor.
Arbeiten gern mit Beckert
Nach dem Ende der Sommerpause beginnen dann im Haus der Musik die intensiven Proben für das Moses-Oratorium in November. Wie Chordirektor Matthias Beckert in einem Gespräch mit Freies Wort betonte, ist er überzeugt, dass das Jubiläum nebst den musikalischen Herausforderungen die Arbeit der Singakademie weiter inspirieren wird.
Der Würzburger Dirigent Matthias Beckert trat vor vier Jahren die Nachfolge von Matthias Teutschbein als musikalischer Leiter von Singakademie und Knabenchor an. Seither hat sich das Klangbild der Singakademie spürbar verändert, es ist frischer, moderner geworden. Beckerts Bestreben galt auch der Verjüngung der Singakademie. Zu den neuen Stimmen gehören beispielsweise Andrea Trebeß, Sandra Pries und Jana Reigl, die seit vier Jahren voller Begeisterung im Chor mitsingen. Sie möchten die künstlerischen Ergebnisse dieser Jahre und die Zusammenarbeit mit Matthias Beckert nicht missen.
Künstlerisch verbessert
Die regelmäßigen Proben dienstags im Haus der Musik in der Rimbachstraße, so Sandra Pries und Andrea Trebeß, seien geprägt von der hohen Professionalität Beckerts. Dazu gehörten ebenso die einzelnen Sonderproben vor einem Konzert zum Trainieren der Stimme. Die beiden junge Frauen haben das Empfinden, dass der Chor sich künstlerisch vorwärts bewegt. Jana Reigl kommt gern zur Probe und freut sich stets auch auf die Auftritte. Bei aller Ernsthaftigkeit kämen Witz und Humor nicht zu kurz. So anspruchsvoll, vielseitig und erfolgreich wie unter Matthias Beckerts Leitung habe die Singakademie lange nicht mehr gearbeitet, das sei die Meinung vieler im traditionsreichen Ensemble, bemerkt sie. Auch sie freuen sich schon auf die nächsten Projekte mit ihm.
Zeitung: Freies Wort - In Südthüringen
|