Oratorium „Moses“ von Bruch erklingt erstmals in Suhl

Suhl - Anfang November jährt sich die Gründung der Suhler Singakademie zum 35. Mal. Dass dies für die Chorgemeinschaft ein besonderer Grund zum feiern ist, versteht sich von selbst, und natürlich steht die Musik im Mittelpunkt. Ihre langjährige Freude am Singen wollen die Sängerinnen und Sänger mit einem Jubiläumskonzert unterstreichen und sich damit zugleich für die vielfältige erfahrene Unterstützung - der Stadt Suhl ebenso wie des Publikums - bedanken.

Unter Leitung von Chordirektor Matthias Beckert erklingt am 12. November in der Hauptkirche St. Marien Max Bruchs Oratorium „Moses“ op. 67. Die Suhler Erstaufführung dieses Meisterwerks des namhaften Gründerzeit- Komponisten vereint 150 Mitwirkende: Neben der Singakademie werden die Thüringen Philharmonie, die Sopranistin Christine Wolff sowie die am Deutschen Nationaltheater Weimar engagierten Sänger Frieder Aurich (Aaron/Tenor) und Philipp Meierhöfer (Moses/Bass) zu erleben sein.

Max Bruch (1838-1920) war eng mit Thüringen verbunden. Seine Zeit als Hofkapellmeister des Fürstentums Schwarzburg- Sondershausen von 1867 bis 1870 gilt als eine seiner fruchtbarsten Schaffensperioden. Die Uraufführung des Oratoriums „Moses“ datiert auf den 08. Januar 1895 unter Leitung des Komponisten in (Wuppertal-) Barmen, die Thüringer Erstaufführung erfolgte ein Jahr später in Gotha. Bruchs Hauptwerk „Moses“ schildert den Wüstenzug des Volkes Israel nach dessen Flucht aus dem pharaonischen Ägypten. Das Oratorium führt dem Publikum vier Episoden des biblischen Mythos´ vor Augen, die in je einem Werkabschnitt dargestellt werden. Die Handlung beginnt mit der Abkehr der Israeliten von ihrem Gott, während Moses auf dem Berg Sinai die Zehn Gebote in Empfang nimmt, führt weiter über die Anbetung des „Goldenen Kalbs“ sowie „Die Rückkehr der Kundschafter aus Kanaan“ und endet mit dem Ausblick ins Traum- „Land der Verheißung“.

Das Libretto besteht aus Bearbeitungen von texten des Alten Testaments sowie aus Psalmen- Zitaten. Die kraftvolle alttestamentliche Sprache in ihrer deutschen Übersetzung unterstreicht eindrucksvoll die mythischen Ereignisse. Breit angelegte Chöre sind die entscheidenden Träger des musikalischen Geschehens. Dramatische Wucht, aber auch feiner poetischer Ausdruck verlangen von Chor, Orchester und Sängern Wendigkeit und gestalterische Kreativität.

Die Singakademie probt derzeit am Feinschliff der ebenso anspruchsvollen wie farbenreichen Chorsätze. Chordirektor Matthias Beckert ebenso wie die Sängerinnen und Sänger freuen sich darauf, das Suhler Musikleben mit der „Moses“- Erstaufführung am 12. November in der Hauptkirche um ein weiteres Glanzlicht zu bereichen.

Zeitung: Deutschland Today (10.10.2011)